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Wie überwinde ich die seelisch bedingte Störung meines Liebeslebens?

entiresunset (w, 22) aus Kiel:

Liebe Therapeuten,
ich bin 22 Jahre als und seit etwa 2 Jahren glücklich vergeben. Doch eine Sache belastet uns wirklich sehr:

Seit seit meinen ersten Sexualerfahrungen in meiner Jugend, habe ich große Probleme mit der Sexualität. Sobald ich berührt werde und ich merke, dass es in Richtung Geschlechtsverkehr gehen könnte, kriege ich regelrechte Panik und Angstattacken.

Ich erstarre förmlich und selbst wenn ich zuvor Lust hatte, geht dann bei mir gar nichts mehr. Das führt dazu, dass nur selten Berührungen zulassen kann, weil ich immer damit rechne, dass es letztlich doch um Sex geht, dabei ist das aber objektiv gesehen, nicht der Fall!

Meine erste Erfahrung im Bereich der Sexualität habe ich mit einem Jungen gemacht, der leider meine Grenzen überhaupt nicht gewahrt und mich sexuell völlig überfordert hat. Nach dieser Beziehung hatte ich eine zweijährige Beziehung zu einem Jungen mit narzißtischer Persönlichkeitsstörung, der Sex oft als Druckmittel nutze und mich vollständig manipulierte und so meine Psyche gebrochen hat, wodurch ich mir jetzt selbst nicht mehr vertraue und auch keine Ahnung habe wer ich wirklich bin und was ich fühle. Ich habe selten Zugriff auf meine Emotionen und oft Phasen in denen ich mich wie leer fühle.

Wie kann ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen? Wie kann ich Berührungen und Nähe zulassen, ohne mich grundlos bedroht, eingeengt und völlig verängstigt zu fühlen? Vielen Dank, für Rat und Hilfe! Erika

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Erika
daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten! Gerne will ich versuchen Ihnen einen Weg zu zeigen, wie Sie die seelisch bedingte Blockade Liebeslebens überwinden könnten!
 
Leider sind Sie, wie heute viele junge Menschen, offensichtlich in Ihrer Jugend auch dem medial so massiv befeuerten Sexhyp anheim gefallen und haben viel zu früh und zu unbedacht - ohne tiefes Vertrauen und beruhigende Verbindlichkeit - erste sexuelle Erfahrungen gesammelt, deren negative Folgen im Grunde vorprogrammiert waren, die es nun gilt mit viel Feingefühl und Verständnis zu überwinden!

Bei sexuellen Blockaden wurden regelmäßig große Erfolge mit der Abstinenzregelung erzielt, was eine Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Lebenspartner erfordern würde, daß zum Beispiel für die nächsten 6 Wochen keinerlei sexuelle Annäherungsversuche von ihm ausgehen werden, bis man dann später, wieder eine neue Abmachung trifft!
 
Auf diese Weise könnten Sie sicher sein, daß all die üblichen harmlosen und von Ihnen akzeptierten und gewünschten Zärtlichkeiten - wie Händchenhalten, Umarmungen und vielleicht auch sanftes Küssen ohne sexuellen Charakter - nicht als Vorspiel zum Geschlechtsakt gedacht sind!
 
Dies wären dann wohltuende, absichtslosen Zärtlichkeiten, wie man sie normalerweise auch innerhalb einer Familie austauscht und welche immer ein Zeichen von feinfühliger, liebevolle Nähe sind.
 
Leider gibt es aber auch immer wieder Familie, wo solche Zärtlichkeiten im Alltag fast unbekannt sind und wo man äußerst sparsam mit solche wichtigen und für die leib-seelische Gesundheit so wichtigen Zeichen gegenseitigen Liebe umgeht, wenn überhaupt!
 
Jugendliche aus solchen, mit Zärtlichkeiten geizenden Familien, laufen dann oft Gefahr, auch harmlose Zärtlichkeiten mit den anderen Geschlecht immer gleich als Einladung zu einem sexuellen Kontakt zu verstehen, weil sie absichtslose Zärtlichkeiten im Grunde gar nicht kennen, wodurch all die bösen Folgen entstehen, wie sie bei der gegenwärtigen massiv um sich greifenden Frühsexualisierung zu beobachten sind!
 
Der Weg zur Heilung Ihrer körperlichen Liebesblockade wäre also zum einen die absolute Sicherheit, daß keine sexuellen Aktivitäten im Hintergrund lauern und zum anderen die bewußte Kultivierung feinfühliger, von echter Zuwendung und Liebe getragene Berührungen, entspannende Kuschelerlebnisse und sanftes Schmusen im Verbund mit liebevollen Worten!
 
Auf diese Weise wurden schon so manche sexuelle Blockaden gelöst und es kann so auch die Schmusekultur im Rahmen von Liebes- und Familienbeziehungen, mit ihrer heilenden und beglückenden Kraft, wieder neu entdeckt und auf hohem Niveau kultiviert werden!

Da Sie aber auch von allgemeiner großer gefühlsmäßiger Unsicherheit schreiben, möchte ich Ihnen auf alle Fälle eine psychotherapeutische Begleitung empfehlen, wobei Sie vor allem auf den guten menschlichen Draht zum Therapeuten achten sollten!

Liebe Erika, ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte!

Vor allem aber wünsche ich Ihnen nun viel Freude an den empfohlenen absichtslosen Zärtlichkeiten, damit Sie - nach einigen wichtigen Entwicklungsschritten – endlich die so lange vermißte, unbeschwerte Liebes- und Lebensfreude erleben und genießen können!

Mit der Bitte um eine baldige Bewertung dieser kostenlosen Antwort
Grüße ich Sie für heute recht herzlich als Ihr

Psychomeda-Berater Rainer J. G. Schmidt
Dipl. Sozialpädagoge mit Psychotherapie
Rainerjg@T-Online.de – www.Rainer-JGS.de

P.S.: Wenn Sie noch Fragen haben oder eine Beratung wünschen, so können Sie sich gerne schriftlich oder telefonisch unter 09961/7255 direkt an mich wenden.

Vergessen Sie aber bitte nicht, diese Antwort zu bewerten und kurz zu kommentieren, denn ich wüßte doch gerne, ob ich Ihnen mit meiner Antwort ein Stück weiter helfen konnte. Herzlichen Dank und alles Gute!

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