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Wie kann ich meine generelle Angespanntheit im Zusammenwohnen mit meinem aggressiven Freund überwinden?

Paula (w, 19) aus Hannover : Ich bin vor Kurzem zum Studieren nach Hannover gezogen und habe mit einem alten Freund, der schon mehrere Jahre hier wohnt, eine WG gegründet. Dieser hat seit Ende Dezember starken Liebeskummer, hat diesen häufiger versucht, im Alkohol zu ertränken.

Und somit kam es bereits dazu, dass er in unserer Wohnung Türen eingetreten und mich beschimpft hat (ich solle verrecken, wir würden uns in der Hölle sehen), so dass die Polizei kontaktiert wurde (haben nur verwarnt) und ich von meinen Eltern noch nachts abgeholt und in die Heimat gebracht wurde.

Wir haben uns geeinigt, dass er ausziehen wird. Der Termin ist jedoch noch nicht absehbar und es sind auch weiterhin ähnliche Vorfälle vorgekommen, sogar als Gäste bei uns waren. Bei jedem lauteren Geräusch schrecke ich auf, fühle mich generell unwohl, wenn er da ist.

Ich habe jedoch gerade Prüfungen und kann zunächst nicht weg und möchte zudem auch signalisieren, dass ich auch berechtigt bin, in der Wohnung zu sein. Ich halte mich im Umgang mit ihm aktuell sehr zurück und versuche ihn keineswegs zu provozieren.

Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, meine generelle Angespanntheit zu überwinden?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Paula,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Ihre Angespanntheit ist eine normale biologische Reaktion auf eine unsichere, bedrohliche Umgebung. Ihr Freund ist unberechenbar in seinem Verhalten, es können jederzeit aggressive Ausbrüche passieren. Insofern schützt Sie Ihre angespannte Wachsamkeit rein physiologisch vor der potentiellen Bedrohung.

Ich frage mich, ob es im Kontakt mit Ihrem alten Freund noch Möglichkeiten gibt, ihm klar zu machen, dass sein Verhalten derzeit gewalttätig und zerstörerisch ist und Sie sich massiv von ihm bedroht fühlen. Ob er vielleicht bereit wäre, sich therapeutische Hilfe zu suchen, um seine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen. Wie ist Ihre Beziehung zu ihm? Können Sie eventuell emotional Einfluss nehmen?

Falls das schwierig ist, würde ich an Ihrer Stelle überlegen, ob Sie nicht doch vorübergehend woanders hinziehen, um aus diesem bedrohlichen Spannungsfeld heraus zu kommen. Wenn sein Auszugstermin weiter unklar ist und sich hinzieht, ist ein Ende nicht abzusehen.

Sie sollten unbedingt eigenständig aktiv werden, um Ihre Situation zu verändern, ganz gleich welcher zeitlicher oder finanzieller Aufwand damit verbunden sein mag. Es wird Sie davor schützen, dass später noch Ängste auftreten, die mit dieser, für Sie momentan unausweichlichen, Situation zusammenhängen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute -
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
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