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Unsere 11-jährige Tochter kann sich nicht mehr ohne Handy und PC beschäftigen!

Vater (m, 50) aus Österreich:

Hallo, liebes Beratungsteam!
Unsere 11jährige Tochter kann sich leider nicht mehr ohne Handy, Tablett oder Laptop beschäftigen. Kein Lego, kein malen, kein lesen, kein Radfahren, kein Sport, etc. Ab und zu mal ein Brettspiel, das war's dann aber. Haustiere sind nur hin und wieder kurz interessant.

Ihre Sprache hat sich in diversen Chats völlig verändert und ist von Abkürzungen, englischen Ausdrücken, coolen Sprüchen nur so übersät.

Dadurch findet sie auch keinen Anschluß in der neuen Schule, die sind ihr alle zu kindlich (sie ist ja die Coole ihrer Meinung nach), aber selber in der Nacht noch die Hand der Mutter suchen und dadurch grenzt sie sich selber aus.

Mit ihren guten Freundinnen aus der Volksschule hat sie sich durchwegs verkracht und es besteht kein Kontakt mehr. (Früher fast jeden 2. Tag) Teilweise wird sie auch beleidigend (du bist dumm, lacht andere aus, und sogar auch fk etc., was ich einfach absolut furchtbar finde! Dabei ist sie eine 1er Schülerin und wenn's passt, das liebste Mädchen.

Handy, Tictoc, Roblox sind das Wichtigste. Was könnten wir da blos tun? Ich möchte das sie sich auch alleine beschäftigen kann und menschlicher umgänglicher wird und wäre Ihnen deshalb für Ihren fachkundigen Rat überaus dankbar!

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, lieber Herr V.,
für Ihr Vertrauen in unseren Beratungsdienst!

Es war eine guter und wichtiger Schritt, daß Sie Ihre väterliche Sorgen hier unseren psychologisch und pädagogisch geschulten Fachleuten unterbreitet haben, denn allein dreht man sich dabei oft grübelnd im Kreise und kommt schnell an seine Grenzen.

Ihr 11-jährige Tochter kommt jetzt in die Pubertät und da sind Sie als Vater ganz besonders gefordert, sich sowohl als Gesprächs-, Spiel- und Schmuse-Partner liebevoll um Ihre Tochter zu kümmern. Aber daneben ist auch eine gesunde, pädagogische Härte von Nöten, um klare Grenzen zu setzen und diese auch konsequent einzufordern.

So wie ich Sie verstanden haben, erlauben Sie Ihrer Tochter momentan die zeitlich unbegrenzte Nutzung der modernen Medien, wodurch diese bereits jetzt ein geistig-seelisch höchst ungesundes und für alle Beteiligten höchst belastendes Verhalten entwickelt hat.

Hier sollten Sie - wie die meisten anderen verantwortungsvollen Eltern - klare Regeln einführen, indem Sie und Ihre Frau die Benützung dieser Geräte z.B. nur für eine Stunde nach Erledigung der Hausaufgaben erlauben.

Wenn Ihre Tochter darob ausflippen sollte, so wäre dies erst recht ein Zeichen, daß diese Maßnahme schon längst überfällig ist und dies sollte Sie dann veranlassen ihr diese Geräte für einzige Tage oder Wochen ganz zu entziehen, damit sie wieder lernen kann die Schönheit und Faszination des richtigen Lebens zu entdecken!

Das gleiche gilt für das so häßliche und höchst beleidigende Vokabular Ihrer Tochter, dem Sie auf keinen Fall sprachlos gegenüber stehen sollten, sonder nach einer einmaligen Grundsatzaussprache, immer umgehend mit fühlbaren Konsequenzen antworten sollten, wobei auch hier der Handy-Entzug ein guter Hebel sein könnten.

Vielen Eltern ist es leider gar nicht bewußt, daß ein Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr überhaupt keinen gültigen Handy-Vertrag abschließen kann und sein Gerät immer nur von den Eltern geliehen bekommt.

Kinder und Jugendliche werden heute von viel zuvielen und oft auch höchst negativen Reizen überfordert und in eine höchst fatale Richtung beeinflußt, was ihr ganzes zukünftiges Leben in eine ungute Richtung beeinflussen kann.

Deshalb ist es dringend geboten, hier rechtzeitig regulierend einzugreifen, nicht nur was den zeitlichen-, sondern auch was den inhaltlichen Konsum anbelangt, indem Sie z.B. regelmäßig die Kindersicherungen der Geräte kontrollieren und aktualisieren!

Auch die regelmäßige Beteiligung Ihres Nachwuchses an den Haushaltsaufgaben wäre eine wichtiger Schritt Ihrer Tochter das Bewußtsein für familiäre Verantwortung zu vermitteln. In diesem Alter könnte sie zum Beispiel schon lernen ihre eigene Wäsche zu waschen und ähnliches mehr.

Sorgen Sie bitte darüber hinaus auch dafür, daß Ihre Tochter Anschluß an eine sich regelmäßig treffende, gut geführte, altersgemäße Kinder- bzw. Jugendgruppe findet, wie diese z. B. von den verschiedenen Bildungseinrichtungen angeboten werden!

An fast jedem Ort gibt es dafür heute ein vielfältiges Angebot, wie z.B.: Tanzgruppe, Singe- und Musizier-Kreis, Tierschutz-Jugendgruppe, Rotkreuz-Kindergruppe, Mädchen-Pfadfinder, Reiten und Voltigieren usw. Darüber hinaus bieten auch die meisten Kirchengemeinden gut geführte Kinder- und Jugend-Freizeitgruppen an.

Ich habe selbst 3 Töchter großgezogen und kümmere mich jetzt um deren Kinder, meine Enkelkinder und weiß sehr gut, welche Herausforderungen unsere medial überreizte Zeit, mit ihren vielfältigen Verführungen, den Kindern und ihren Eltern zumutet.

Deshalb bin ich auch gerne bereit Ihre Rückfragen telefonisch - 049 9961 7255 - oder schriftlich - Rainerjg@T-Online.de - zu beantworten. Auch für eine vertiefende Erziehungsberatung stehe ich Ihnen als erfahrener Sozialpädagoge gerne zur Verfügung.

Ich hoffe Ihnen damit einige brauchbare Hinweise gegeben zu haben und wäre Ihnen im Gegenzug für eine umgehende Bewertung und kurze Kommentierung dieser kostenlosen Ersteinschätzung sehr dankbar!

Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen für das Wohlergehen Ihrer Familie und grüße Sie sehr herzlich als Ihr Psychomeda-Berater
Bewertung durch den Fragensteller:





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