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Mein 25-jähriger Sohn hat mit 17 die Schule abgebrochen und sitzt seit dem nur noch vor dem PC !

ANA (w, 59) aus Wien:

Sehr geehrte Psychologen!
Mein Sohn ist 25, hat mit 17 die Schule abgebrochen und sitzt seitdem nur noch bei mir zu Hause vor dem Computer.

Er war auch schon mehrmals erfolglos in psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung und seit Jahren geht mit ihm nichts voran. Er will weder eine Ausbildung machen, noch irgend etwas arbeiten!

Gibt es Möglichkeiten, ihn längerfristig stationär unterzubringen, aber nicht in der Psychiatrie sondern eher einer Art Reha, damit er dann längerfristig auf eigenen Beinen stehen kann?

Er hat natürlich Angst, sich aus seiner Komfortzone zu bewegen, sieht aber grundsätzlich schon ein, dass es so nicht weitergehen kann, denn ich bin mittlerweile am Ende meiner Kräfte! Was kann man tun? Über hilfreiche Hinweise wäre ich Ihnen sehr dankbar! Anna

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Frau A.,
daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten!

Gerne will ich versuchen Ihnen einen Weg aus der so unguten Verstrickung mit Ihrem problematischen Sohn zu zeigen, die für beide Seiten nicht nur höchst schädlich, sondern auf Dauer einfach untragbar ist!

Wie heute leider immer mehr junge Leute aus durchaus geordneten Verhältnissen, so ist offensichtlich auch Ihr Sohn der Wohlstands-Verwahrlosung und Pflichtvergessenheit anheim gefallen, obwohl Sie es sicherlich immer gut mit ihm gemeint und Ihr Bestes gegeben haben!

Aber möglicher Weise haben Sie durch eine allzu lange verständnisvolle und großherzige Unterstützung, unwillentlich sein Abgleiten in ein bequemes, verantwortungsloses und selbstsüchtiges Leben befördert und sind dabei zu einem coabhängigen Familienangehörigen geworden - wie es in der Fachsprache heißt!

Die von Ihnen beschriebene, mittlerweile schon 8-jährige tatenlose und höchst beschämende PC-Hockerei - verbunden mit einer entsprechenden Leidensgeschichte für Sie, seiner Mutter - ist heute leider schon geradezu ein Klassiker der Elternsorge und damit auch der Erziehungs- und Lebensberatungsstellen geworden!

Trotz bester Förderung und ausreichender bis guter Fähigkeiten - verweigern sich leider zunehmend mehr gesunde junge Männer ihren schulische, beruflichen und selbstverständlichen menschlichen und staatsbürgerlichen Pflichten und versuchen in verantwortungsloser Weise ein möglichst bequemes, aber im Grunde höchst bedrückendes, selbst- und fremd-schädigendes Leben zu führen!

Wenn diese jungen Menschen dann nicht rechtzeitig, klar und deutlich die nötigen Grenzen und Pflichten aufgezeigt werden, so rutschen sie nur allzuleicht in ein asoziales und oft auch höchst gefährliches Suchtverhalten - bis hin zur Kriminalität - hinein!

Die Ursachen dafür sind ganz klar im zunehmenden Werteverfall und der übergroßen Freiheit in unserer - so noch nie dagewesen - westlichen Wohlstandsgesellschaft zu suchen, was viele junge Leute beim Übergang in ein selbstverantwortliches Erwerbsleben zunehmend scheitern läßt!

Die Jugend braucht nun mal - bei allem liebevollem Verständnis - auch eine gewisses Maß an lebensfördernder, gesunder Härte, um mit sich selbst und den Mitmenschen zurecht zu kommen und für ein selbstverantwortliches, erfolgreiches und glückliches Leben gerüstet zu sein!

Die einzig richtige Maßnahme, die sich in einem solchen Fall in der Praxis bewährt hat ist, endlich die gut gemeinte, aber er höchst schädliche, übergroße Fürsorge zu beenden und dem längst erwachsenem Sohne deutlich seine Grenzen und Pflichten aufzuzeigen und ihn damit den staatlichen und nichtstaatlichen Unterstützungs- und Fördereinrichtungen zu überlassen, die in Deutschland ja zum Glück so großzügig und vorbildlich sind, daß alle Welt uns darum beneidet!

Am besten wäre es, wenn Sie Ihrem Sohne, diese Entscheidung auch nochmals mit einem eingeschriebenen Brief unmißverständlich klar machten und nach Ablauf einer klar bezeichneten Frist - durch Austausch des Wohnungsschlosses - aus seinem viel zu lange genutztem Kinderzimmer entfernten, um ihm auf diese Weise endlich einen Neuanfang zu ermöglichen!

Insbesondere müßte Ihr Sohn sich dann - im Benehmen mit den zuständigen Behörden und sozialen Einrichtungen - selber um seinen Lebensunterhalt bemühen, während Sie ab sofort - mit bestem Gewissen - jegliche ideelle und materielle Hilfe unterlassen sollten, denn dies wäre der beste und effektivste Liebesdienst, den Sie ihm momentan erweisen könnten!

Außerdem muß in Deutschland niemand hungern, oder auf der Straße übernachten, denn gerade für junge Leute gibt es in keinem anderen Lande der Welt, dermaßen viele, gut bewährte Hilfsangebote und auch finanzielle Förderungsmöglichkeiten, wenn nur von Seiten des Antragsstellers ein Mindestmaß an Mitarbeit und Pflichtbewußtsein gezeigt wird!

All dies wäre dann für Ihren Sohn eine - zwar ziemlich kalte - aber sicherlich sehr heilsame und belebende Dusche, denn erst wenn der Leidensdruck groß genug ist, besinnen sich erfahrungsgemäß so manche verwöhnte junge Menschen auf ihre eigenen Kräfte!

Ich habe es schon oft erlebt, daß dermaßen aus dem Nest geschubste Flugverweigerer, sich nach einer gewissen Übergangszeit - letztlich aufrichtig dankbar zeigten, weil sie klar erkannten, daß sie alleine sonst wohl kaum den Absprung aus ihrer innerer Haltlosigkeit geschafft hätten und letztlich zu recht stolz drauf waren, ihr Leben selbständig meistern zu können!

Liebe Frau A., ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder neuen Mut machen und eine gute neue Richtung weisen konnte!

Bei der jetzt so dringend notwendigen Abgrenzung wünsche ich Ihnen viel Kraft und Entschlossenheit, wobei sich sich gegebenenfalls auch von den - für Sie kostenlosen - Fachleuten der Caritas oder eines anderen Wohlfahrtsverbandes unterstützten lassen könnten!

Auf Wunsch stehe auch ich Ihnen gerne weiterhin mit schriftlichem oder telefonische Rat hilfreich zur Seite!

Mit der Bitte - um eine baldige Bewertung dieser kostenlosen Antwort - verbleibe ich für heute mit allen guten Wünschen und lieben Grüßen als Ihr Psychomeda-Berater
Bewertung:
Mein Anliegen wurde textlich verändert, die Antwort war lang, voller polemischer Floskeln und klar an der Fragestellung vorbei.





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