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Kann ein Kleinkind von vielem Fernsehkonsum belastet, oder sogar geschädigt werden?

Karsten (m, 30) aus NRW:

Hallo, liebes Psychologen-Team!
Ich habe einen 14 Monte alten Sohn, der bei seiner Mutter, meiner früheren Frau lebt.

Leider läuft dort der ganz Tag ununterbrochen den ganz Tag der Fernseher und oft sogar verstörende Gewallt- Horror-Filme ab 18, mit schrecklichen Gewaltdarstellung und der ganzen Palette an wüßten Schimpfwörtern und bösartigen Beleidigungen!

Nun zum eigentlichen Problem: Mein Sohn bekommt das alles voll mit, weil seine ganzen Spielsachen im gleichen Raum sind und teilweise direkt neben dem Fernseher liegen. Er stoppt zwischendurch immer mal wieder und schaut für paar Sekunden auf den Fernseher.

Meine Ex-Frau ist der festen Überzeugung, dass mein Sohn mit seinen 14 Monaten nichts mitbekäme, da er das alles ja eh noch nicht verstehen würde.

Ich mache mir dagegen allerdings große Sorgen, dass diese extremen brutalen Bilder, die er dort sieht und die schon für einen Erwachsenen höchst belastend sein können und vor allem auch die so erschreckenden und aufregenden Geräusche, einen sehr negativen Einfluss auf das kleine Kind und sein weitere Entwicklung nehmen könnten, selbst wenn vorerst das meiste vorerst noch unbewußt mitbekommt.

Über eine Antwort, inwiefern sich dieser Einfluss auf die Psyche eines Kleinkindes dieses Alters auswirken kann, würde ich mich sehr freuen und bedanke mich für Ihre Hilfe!

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, lieber Herr Karsten,
daß Sie sich mit Ihrer sehr berechtigten Frage vertrauensvoll an uns wenden!

Sie haben gut gespürt und erkannt, daß so ein nachlässiges und verantwortungsloses Verhalten gegenüber einem Kleinkind, höchst bedenklich ist und schädlich für die Entwicklung und das spätere Verhalten dieses Kindes ist.

Mittlerweile ist ja auch allgemein gut bekannt, daß schon Kinder im Mutterleib durch aufregende Popmusik mit den heute üblichen, meist total übersteuerten Bässen und erst durch recht durch plötzlich auftretende, unharmonische und aggressive, laute Geräusche - schwer verunsichert und geschädigt werden können, da sie sich dabei erschrecken, sowie unwillkürlich verkrampfen und die gedeihliche körperliche und seelische Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird!

Dies gilt erst recht für Kleinkinder, die in der Nähe des Fernseheres, oder auch nur im gleichen Raum spielen, oder gar aufwachsen und die dadurch erwiesener maßen sehr nachhaltig und dauerhaft geschädigt werden!

Dies zeigt sich dann spätestens beim Eintritt in den Kindergarten und im Verhalten gegenüber anderen Kindern. Sowohl die Konzentrationsfähigkeit, Lernfähigkeit als auch die Fähigkeit zu angstfreien, harmonischen Kontakten und vieles andere mehr, wird dann von den Kindergärtnerinnen als gestört und deutlich außerhalb des gesunden Bereiches beschrieben. Solche Kinder müssen dann oft einer heilpädagogischen Einrichtung übergeben werden, die aber deshalb auch zunehmend unter Überfüllung und langen Wartezeiten zu leiden haben.

Wenn die Mutter des Kindes keine Einsicht zeigt, so wäre es Ihre Aufgabe das Jugendamt zu verständigen, welches eine Erziehungsbeistandschaft anbieten und auch von Amts wegen einleiten könnte. Die würde bedeuten, daß durch unangemeldete Kontrollbesuche ein gewisser korrigierender Druck auf diese verantwortungslose Mutter ausgeübt werden könnte. Da die meisten Mütter ja auch nicht wollen, daß ihnen das Kind notfalls entzogen wird, könne hier ein hilfreicher Hebel wirksam werden.

Ihre Aufgabe, lieber Herr Karsten wäre diese Entwicklung in vorausschauender und diplomatischer Weise der Mutter klar zu machen! Wenn Sie aber das Gefühl haben sollten, daß sich nichts grundlegendes ändert, wäre es zwingend nötig, das Jugendamt schriftlich oder persönlich zu verständigen. Alles andere könnte Ihnen später als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt werden.

Ich hoffe, lieber Herr Karsten, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte! Vor allem aber wünsche ich Ihnen nun von ganzem Herzen viel Kraft und Zuversicht bei der liebe- und verantwortungsvollen Mitbetreuung Ihres kleinen Sohnes, damit Sie ihn gesund und lebensfroh aufwachsen sehen können und Sie sich später keine Vorwürfe machen müssen!

Treten Sie also mutig für Ihren kleinen Sohn ein und seien Sie gewiß, daß sich dieser Einsatz lohnt und auf Dauer auszahlen wird! Gerne stehe ich Ihnen dabei auch weiterhin beratend zur Seite und verbleibe für heute mit freundlichen Grüßen und der Bitte um eine baldige Bewertung dieser kostenlosen Antwort, als Ihr

Psychomeda-Berater Rainer J. G. Schmidt
Dipl. Sozialpädagoge mit Psychotherapie
Rainerjg@T-Online.de – www.Rainer-JGS.de

P.S.: Wenn Sie noch Fragen haben oder eine Beratung wünschen, so können Sie sich gerne schriftlich oder telefonisch unter 09961/7255 direkt an mich wenden. Vergessen Sie aber bitte nicht, diese Antwort zu bewerten und kurz zu kommentieren, denn wüßte doch gerne, ob ich Ihnen mit meiner Antwort ein Stück weiter helfen konnte? Herzlichen Dank und alles Gute!





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