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Die häufige Selbstbefriedigung unseres 6-jährigen Sohnes macht uns Sorgen!

Panda (w, 40) aus Augsburg :

Hallo, wertes Team,
unser 6-jähriger Sohn 6 beginnt zurückgezogen, gerne im Bett seinen Körper zu erkunden. Dies ist für uns nichts zwar nichts Bedenkliches, aber er macht dies mit Latex Handschuhen.

Auf Nachfrage erklärte er, dass er dies wegen den Bakterien mache, die ja da unten anders sind und dass auch das Gefühl ein anderes sei. Wir führen dies auf die Kinder-Krippe zurück, wo die Erzieher beim Windeln wechseln immer solche Handschuhe trugen.

Wir haben erklärt, dass dies etwas anderes ist weil Bakterien ggf von Kind zu Kind/ Erzieher kommen können. Er ist mit seinen Bakterien für sich. Man merkt, dass ein Gespräch darum ihn etwas verlegen macht.

Wir wissen nun nicht, wie wir uns verhalten sollten:
• Handschuhe unzugänglich machen. ihm damit ggf aber etwas zu entziehen. Oder
• dulden und darauf hoffen, dass sich’s „verwächst“ - im Erwachsenenalter wäre dies dann sicherlich wohl eher eine „untypische“ Vorliebe.

Aktuell, nach gemeinsamen Gespräch und Ankündigung haben wir die Handschuhe verlegt. Er darf uns aber danach fragen. Evtl. entwöhnt diese Hürde. Und wir bieten an, ein anderes Handschuhritual - bspw beim Kochen - einzuführen wenn er es mag. Was raten Sie uns oder wohin könnten wir uns ggf. wenden? Herzliches Dankeschön! P.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Frau P.,
für Ihr Vertrauen in unseren Beratungsdienst! Aus Ihrer besorgten Anfrage ersehe ich, wie sehr Sie Ihre Aufgabe als Eltern ernst nehmen und alles für eine gute, unbeschwerte und glücklich Kindheit Ihres Sohnes tun wollen. 

Nach meiner langjährigen Erfahrung als Sozialpädagoge und Anleiter in vielen pädagogischen Bereichen teile ich Ihre Sorgen und Bedenken, denn zunehmend müssen wir erleben, daß Kinder im Kindergarten von Gleichaltrigen - oder manchmal sogar von Aufsichtspersonen - zu frühkindlichen sexuellen Aktivitäten verführt werden. 

Leider gibt es sogar eine zunehmend erstarkende politische Richtung und mittlerweile sogar auch Kindergärten, wo dies sogar zur Ideologie gehört, nach dem Motto 'Sex macht glücklich' und je mehr und umso früher, desto besser! Wie ja auch die Partei der Grünen anfänglich das Thema 'Straffreiheit für Sex mit Kindern' groß und deutlich in Ihrem Grundsatzprogramm stehen hatte und sich erst nach dem vielen Mißbrauchsfällen zu dessen Streichung entschließen konnte! 

Zum Glück herrscht aber bei den meisten verantwortungsbewußten pädagogischen Kräften und maßgeblichen Entscheidungsträgern immer noch die gesicherte Erkenntnis, daß zu frühe und zu intensive sexuelle Aktivitäten - ob allein oder mit Anderen - die positiven Entwicklung von Kindern und Jugendliche und deren charakterlichen Reifung hin zu einem selbstbewußten, verantwortungsvollen, lebenstüchtigen und glücklichen Menschen keineswegs dienlich sind!

Ganz im Gegenteil führt die heute allgegenwärtige sexuelle Aufreizung immer häufiger zu suchtartigem Verhalten, Unreife und Selbstbezogenheit, bis hin zu seelischer Bedrückung und anderen unguten Entwicklungen, von der Verschreibung der Pille ab 13 Jahren und den vielen Abtreibungen gar nicht zu reden! 

Vielleicht hat Ihr Sohn im Kindergarten oder sonst wo, eine ungute 'sexuelle Aufklärung' erhalten, oder ist mit Pornographie in Kontakt gekommen? Was heute leider immer öfters der Fall ist, da die Hemmschwelle der Bevölkerung in dieser Hinsicht leider seit vielen Jahren immer weiter absinkt und größere Kinder oft die kleineren damit erschrecken, oder gar zu gewissen Handlungen verführen. 

Zu Ihren konkreten Fragen möchte ich sagen, daß Latexhandschuhe in Kinderhänden eigentlich nichts zu suchen haben, weder in der Küche, noch erst recht nicht im Schlafzimmer! Die offensichtlich regelmäßige Selbstbefriedigung Ihres Sohnes scheint sich schon verfestigt und mit derlei Hilfsmitteln geradezu kulthafte Züge angenommen zu haben, was einer gesunden, lebensfrohen und unbeschwerten kindlichen Entwicklung sicherlich nicht dienlich ist! 

Möglicherweise ist Ihr Sohn ein Einzelkind, was für Kind und Eltern immer eine größere Herausforderung darstellt und die Gefahr unguter Entwicklungen erhöht. Achten Sie darauf, daß  der Junge unbeschwerten Kontakt mit ausreichend vielen anderen, lebensfrohen und abenteuerlustigen Kindern hat und sich tagsüber tüchtig austoben kann! 

Schicken Sie ihn besser immer erst dann ins Bett, wenn er wirklich müde ist und nehmen Sie sich bewußt Zeit, ihm dann noch eine beruhigende Gute-Nachtgeschichte vorzulesen und über die Erlebnisse des Tages und den tieferen Sinn des Lebens zu sprechen! 

Dabei könnte ein gemeinsames, liebevolles Nacht-Gebet oder ein anderer spirituelles Element sicherlich hilfreiche Dienste leisten, denn auch seelische Tiefe, Religiosität und Spiritualität müssen eingeübt und entwickelt werden, wenn im Erwachsenenleben in diesem so wichtigen  Lebensbereich -  der sich ja also so wichtig für innere Zufriedenheit, Nächstenliebe und Lebensglück erwiesen hat - nicht eine empfindlich Leerstelle verbleiben soll! 

Liebe Frau P., ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen etwas mehr Klarheit zu Ihren wichtigen Fragen vermittelt zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen jederzeit gerne unter Tel. 09961/7255 zu Verfügung. Im Gegenzug würde ich mich über eine umgehende Bewertung und kurz Kommentierung dieser meiner kostenlosen Antwort sehr freuen. 

Für heute verbleibe ich mit allen guten Wünschen
als Ihr mitfühlender Psychomeda-Berater 

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