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Wie kann ich mein Leben in den Griff bekommen oder soll ich weiterleben wie bisher?

Marianne (w, 55) aus Meckenheim: Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe seit 2008 Depressionen und nehme seitdem Cymbalta und Nebilet. Zuvor hatte ich bereits mehr oder weniger heftige Angstzustände, bei Flugreisen immer soweit ich mich zurückerinnern kann.

Ich habe seit meiner Pubertät erhebliche Probleme mit meiner Mutter. Insbesondere deshalb, dass sie meinen Freund und jetzigen Ehemann nicht akzeptiert. Sie akzeptiert auch meine Art zu Leben nicht. Nur ihre Art zu Leben ist die richtige.

Wenn ich nicht so lebe wie sie, spricht sie einfach nicht mehr mit mir. Beispiel: 2014 habe ich die Silberhochzeit mit meinem Mann alleine gefeiert, seitdem lädt sie mich nicht mehr ein, aber behauptet, ich sei auf Distanz gegangen. Sie hat uns auch nicht gratuliert, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Telefonate mit meiner Mutter, die allerdings nur einmal pro Monat erfolgen, regen mich auf. Es geht so weit, dass ich anschließend weine oder Albträume habe.

Mit meinem Mann verstehe ich mich sehr gut. Er kann nur nicht nachvollziehen, dass ich am liebsten mit ihm alleine bin. Insbesondere habe ich fast schon Panik, wenn uns jemand zuhause besuchen will. Ich habe Angst vor eventueller Verschmutzung oder Schäden.

Mit Freunden, ich habe nur sehr wenig echte Freunde, treffe ich mich nur außerhalb, zum Beispiel in einem Restaurant.

Wie kann ich mein Leben in den Griff bekommen oder soll ich einfach weiterleben wie bisher, so dass ich mich wohlfühle?

LG
Marianne

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Marianne,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Sie spüren sehr deutlich, dass die Beziehung zu Ihrer Mutter Sie seelisch immer noch sehr belastet. Aus meiner Sicht wäre es ratsam, dort noch einmal anzusetzen. Depressionen, Angstzustände oder die Angst vor Verschmutzung sind Hinweise dafür, dass Sie sich nicht sicher fühlen - in sich und in der Außenwelt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Ursprünge dessen bis in die Kindheit zurückreichen, der Konflikt mit Ihrer Mutter aber in der Pubertät eskalierte, weil es in der Zeit um Ihre Autonmieentwicklung ging.

Es ist gut, dass Sie Ihr Leben so leben, wie es für Sie richtig ist. Sie haben damit schon sehr viel erreicht. Und trotzdem hält Sie etwas weiter emotional gefangen und verstrickt und führt zu der ausgerpägten psychischen Symptomatik.

Ob Sie noch etwas verändern möchten, liegt ganz allein an Ihnen und wie hoch Ihr innerer Leidensdruck ist. Sie haben mithilfe der Medikamente einen Weg gefunden, mit Ihren Einschränkungen zu leben und bestimmte Dinge zu vermeiden (z.B. Besuch zuhause). Das funktioniert eingiermaßen und sorgt für eine vordergründige Sicherheit.

Wenn es jedoch einen Anteil in Ihnen gibt, der sich noch aus der familiären Umklammerung lösen möchte, wäre es gut, wenn Sie sich bei diesem Prozess therapeutisch begleiten lassen. Ich kenne Ihre Lebensgeschichte nicht, aber wenn Sie unter wiederkehrenden Albträumen leiden, gibt es wahrscheinlich einiges, was Ihre Seele umtreibt und sie schwer belastet.

Auch Sie haben ein Recht darauf, sich von den emotionalen Altlasten der Vergangenheit zu befreien, um ein unbeschwerteres Leben zu können. Schauen Sie, ob Sie den Mut aufbringen können, diesen Schritt anzugehen. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute dafür.

Viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie







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