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Wie sage ich es meiner Freundin, ohne sie zu verletzen?

Naseweis (m, 22) aus Hessen:

Liebe Berater,
ich habe ein großes Problem mit meiner Liebesfreundin, mit der ich jetzt etwas eineinhalb Jahr zusammen bin!

Wir überlegen gerade, ob wir zusammen ziehen sollten, denn an sich ist unserer Beziehung recht gut. Wir haben gleiche Interessen und Hobbys, den selben Geschmack was Reisen und Bücher anbelangt und darüber hinaus auch viel Spaß miteinander.

Mein Problem ist nur, dass meine Freundin einige bedenklich Seltsamkeiten an den Tag legt. Zum Einen ist es ihr offensichtlich völlig egal, wie sie aussieht, insbesondere wenn wir ausgehen - denn sie macht sich dann nie hübsch für mich - und zum Anderen ist sie eher unhygienisch, denn sie duscht selten, putzt ohne mich nie die Zähne und ist auch sonst sehr unordentlich. Man könnte sagen sie sei sehr 'gemütlich', aber sie findet sich selber hässlich, aber ändert leider auch nichts daran!

Obwohl ich ihr manchmal sage, dass sie sich ruhig etwas für mich herrichten dürfte, oder ein wenig zum ausgehen herausputzen sollte, macht sie dies einfach nicht!

Mich stören dann oft die Blicke meiner Freunde und so werden Kinobesuche oder Treffen mit Freunden für mich immer unerfreulicher, weil ich mich einfach für sie schäme!

Da ich sie nicht verletzen und auch nichts aufzwingen will, rede ich über dieses Thema wenig mit ihr. Am besten wäre es mir, wenn sie selber darauf käme!

Mir macht das Ganze echt Sorgen, aber sie merkt davon leider überhaupt nichts, was mir so zu schaffen macht, dass ich oft Nächte lang wach liege!

Ich frage mich, was ich machen könnte, da ich sie ja auch nicht verletzen will, aber kann ich mit ihr so auch nicht weiter leben! Deshalb auch meine Frage, was ich am besten tun könnte, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen? Vielen Dank für Ihre Hilfe! Peter

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Peter,
daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten! Gerne will ich versuchen Ihnen einen Weg aus Ihrer so bedrücken Liebes- und Lebenslage zu zeigen.

Sie scheinen ein ganz besonders taktvoller, um nicht zu sagen schüchterner und ängstlicher Mensch zu sein, da Sie solche wichtigen Dinge offensichtlich lieber in sich hinein fressen und sich des Nachts sorgenvoll und grübelnd im Bette herumwälzen, anstatt endlich einmal die Karten klar und deutlich auf den Tisch zu legen und laut und deutlich Klartext zu reden und sich zu Ihren nicht geringen Sorgen und Bedrückungen bezüglich des so absolut unangemessenen und rücksichtslosen – um nicht zu sagen asozialen - Verhaltens Ihrer Liebesfreundin offen zu bekennen!

Was ja doch um so wichtige wäre, da Sie ja auch vorhaben in absehbarer Zeit zusammen zu ziehen und damit praktisch zu heiraten und einen gemeinsamen Haushalt zu begründen!

Wie wollen Sie denn auch sonst im Leben mit seinen vielfältigen Zumutungen und Ungereimtheiten zurecht kommen, wenn Sie es nicht einmal schaffen, dem Ihnen am nächsten stehenden Menschen, Ihre berechtigten Bedürfnis unmißverständlich deutlich zu machen?!

Nur gut, daß Sie diese Frage hier noch rechtzeitig vor dem geplanten Zusammenziehen offen ausgesprochen haben, denn wenn Ihre Freundin auf diese überaus berechtigten und eigentlich selbstverständlichsten Wünsche der Welt nicht eingeht, dann läuft in Ihrer Beziehung etwas ganz Grundlegendes völlig verkehrt!

Möglicherweise kommt Ihre Freundin aus einer problematischen Unterschichtsfamilie, wo man ums nackte Überleben kämpfen mußte und für diese in Mitteleuropa eigentlich ganz selbstverständlichen hygienischen und kulturellen Standards und Verhaltensnormen weder Verständnis noch Zeit und Kraft gehabt hat!

Aber da Sie selbst ja offensichtlich sehr unter diesem problematischen Verhalten leiden, so sollten Sie endlich aufhören aus Ihrem Herzen eine so tiefe Mördergrube zu machen und statt dessen ganz klar und deutlich diese Ihre Bedürfnisse und kulturellen Selbstverständlichkeiten als Voraussetzung für einen weiteren Bestand Ihres Partnerschaft und erst recht der geplanten Zusammenziehen annahmen und einfordern!

Es genügt offensichtlich bei Ihrer Partnerin nicht, dies einfach nur vorsichtig anzusprechen, sondern Sie sollten Ihr besser anhand von praktischen Beispielen und auch durch die Offenbarung Ihres seelischen Notstandes - so wie Sie es uns hier geschildert haben - deutlich machen, was dies für Sie und ihre gemeinsame Umwelt bedeutet und daß an diesem Punkte letztlich auch Ihre ansonsten gute Partnerschaft scheitern könnte!

Liebe Peter ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Worten wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte!

Vor allem aber wünsche ich Ihnen nun von ganzem Herzen viel Kraft und Zuversicht auf dem Wege zur inneren und äußeren Befreiung, damit Sie - nach einigen wichtigen Entwicklungsschritten - bald wieder echte, unbeschwerter Lebensfreude empfinden und - mit dieser oder einer anderen Frau - einer auf Verständnis und vertrauensvoller Gegenseitigkeit gegründeten Liebe begegnen können!

Mit der Bitte um eine baldige Bewertung dieser kostenlosen Antwort
Grüße ich Sie für heute recht herzlich als Ihr

Psychomeda-Berater Rainer J. G. Schmidt
Dipl. Sozialpädagoge mit Psychotherapie
Rainerjg@T-Online.de – www.Rainer-JGS.de

P.S.: Wenn Sie noch Fragen haben oder eine Beratung wünschen, so können Sie sich gerne schriftlich oder telefonisch unter 09961/7255 direkt an mich wenden.

Vergessen Sie aber bitte nicht, diese Antwort zu bewerten und kurz zu kommentieren, denn ich wüßte doch gerne, ob ich Ihnen mit meiner Antwort ein Stück weiter helfen konnte. Herzlichen Dank und alles Gute!





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