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Mit Pornofilmen kann er es - aber bei mir nicht!

NicknameAA (w, 33) aus Berlin:

Hallo, liebes Beratungsteam!
Seit 2 Jahren bin ich mit meine Partner (44) zusammen. Am Anfang unserer Liebschaft lief es sexuell sehr gut und das Zusammensein war wirklich sehr schön!

Doch seit einem Jahr läuft bei uns plötzlich im Bett kaum noch was. Häufig kommt es sogar vor, dass er nicht einmal mehr eine richtige Erektion bekommt.

Ich weiß allerdings auch, dass er sich - wenn ich auf Arbeit bin - täglich selbst befriedigt. Dabei konsumiert er Pornos, was mich eigentlich nicht stören würde, jedoch leidet unser Geschlechtsleben enorm darunter!

Auf Grund der regelmäßigen Selbstbefriedigung hat er auf auf die reale körperliche Liebe mit mir einfach keine Lust mehr. Ich habe ihn auch schon oft darauf angesprochen, jedoch kommen dann immer nur Vertröstungen, wie es wird bald besser werden, es hat nichts mit mir zu tun usw.!

Mir fehlen die Leidenschaft und die erotischen Momente wirklich sehr, aber alle meine Bemühungen in dieser Richtung laufen ins Leere! Ich weiß einfach nicht, wie ich sein Verhalten deuten soll und ich bin mit meinem Latein am Ende! Vielleicht können Sie mir ja weiter helfen, wofür ich Ihnen sehr dankbar wäre! A.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:



Vielen Dank, liebe Frau A.,
daß Sie uns so vertrauensvoll Ihr Herz ausschütten!

Leider gehen heute immer mehr - auch an sich gute und wertvolle Liebesverbindungen - an der Pornosucht der Männer zugrunde, oder werden zumindest dadurch unterhöhlt und in eine gefährliche Schieflage gebracht!

Seit der verhängnisvollen Freigabe der Pornographie vor einigen Jahrzehnten - durch eine sich modern und aufgeschlossen geben wollende Regierung - beobachten wir Therapeuten und Lebensberater sehr besorgt ein früher unbekanntes Phänomen, daß zunehmend auch an sich sehr zärtliche und ehrenwerte Männer in gut funktionierenden Liebesverbindungen, sich lieber beim Anschauen von - teils sogar extrem widerlicher und verstörender - Pornofilmen regelmäßig selbst befriedigen, anstatt die Sehnsucht Ihrer Frauen nach beglückenden Zärtlichkeiten und hingebungsvoller körperlicher Liebe zu erfüllen!

Und so beklagen sich heute auch immer mehr Frauen über mangelndes, ja oft ganz fehlendes Liebesverlangen ihrer Männer, bis hin zu einer dauerhaften körperlichen Unfähigkeit, wenn dann ein ehelicher Verkehr - aus purem Pflichtgefühl - überhaupt noch mal versucht wird!

Entgegen dem heute leider weit verbreiteten, aber irrigem Glauben, daß man alle möglichen sexuellen Strebungen möglichst immer voll ausleben solle, um wirklich zufrieden und glücklich sein zu können, ist es ganz im Gegenteil sehr viel wichtiger auf den harmonischen seelische Gleichklang zu achten, der immer wieder mal auch einen gewissen Verzicht erfordert!

Ein beglückender Gleichklang äußerst sich vor allem in absichtslosen Zärtlichkeiten und liebevollem Schmuseplaudern, indem man z.B. Hand in Hand spazieren geht, oder sich bei zärtlichem Kuschelkontakt gegenseitig seine Träume, Zukunftspläne und Geheimnisse seiner Seele anvertraut!

Darüber hinaus ist auch eine gewisse seelische und sexuelle Hygiene erforderlich, was die heute leider allgegenwärtigen, medial befeuerten sexuelle Überreizung auf allen Kanälen und Ebenen des Lebens anbelangt, um für den Liebreiz der eigenen Frau überhaupt noch empfänglich zu sein und nicht auf Abwege in Richtung Pornographie oder Untreue zu geraten!

Gegenüber dem Pornokonsum des Partners sollte man sich vor einer - heute leider verbreiteten - toleranten Einstellung hüten, da mittlerweile hinlänglich bekannt ist, daß Pornographie in vielfacher Hinsicht schädlich und menschenverachtend ist, sowohl für die Konsumenten, als auch für die Darsteller und auch für die Partnerinnen, deren gesundes Liebesverlangen mit Füßen getreten wird!

Pornosüchtige Männer haben meist weder ein echtes Interesse, noch die rechte Freude am Beischlaf mit ihrer Frau, wenn Sie es denn überhaupt noch können!

Zur Heilung von dieser zerstörerischen Sucht bedarf es meist wochen- bis monate-langer strikter Enthaltsamkeit, bis sich die - durch extreme Pornoreize verdorbene - Phantasie wieder beruhigt, die natürliche, gesunden Reflexe wieder funktionieren und der Mann sich überhaupt wieder mit aufrichtigem, liebevollem Interesse seiner vernachlässigten Frau zuwenden kann!

Ganz abgesehen davon, stachelt der Pornokomsum die männliche Phantasie in so extremer unnatürlicher Weise an, daß die Männer dann keine Frau mehr unbefangen anschauen können, ohne derlei verächtliche Phantasievorstellungen zu haben, so daß deren Seele für feinere Empfindungen, höhere Werte und besonderes für feinfühlige, liebevolle Zärtlichkeiten blockiert ist und auch die Achtung vor der Frau an sich, in den Keller sinkt!

Typisch ist auch, daß der Pornokonsum sehr schnell einen echten, krankheitswertigen Suchtcharakter bekommt und dann eine notwendige Verhaltensänderung, bei genügendem Leidensdruck zwar vom Kopf her meist eingesehen und versprochen, aber oft leider nicht in die Tat umgesetzt wird, ganz ähnlich wie wir es von Alkoholikern oder Drogenkonsumenten her kennen!

Leider zeigt die Praxis, daß die Sache von den Betroffenen meist lange verharmlost wird und selbst wenn dann schließlich Einsicht gezeigt und Versprechungen gemacht werden, so wird die Sucht in der Regel heimlich fortgesetzt, wobei auch die Bereitschaft eine Beratungs- oder Therapieeinrichtung aufzusuchen in der Regel sehr gering ist!

Wenn Sie, liebe Frau A, Ihre Liebespartnerschaft retten wollen, dann sollten Sie zuerst einmal ein ernsthaftes Grundsatzgespräch mit Ihrem Manne führen und ihm dabei sehr deutlich zu verstehen geben, daß er mit seinem Verhalten Ihre - an sich gute Beziehung - aufs Spiel setzt, ja gerade dabei ist, diese zu zerstören!

Dabei ist aber auch der feste Wille Ihrerseits entscheidend, die Beziehung notfalls wirklich konsequent zu beenden und den Mann als ersten Schritt schon mal aus dem gemeinsamen Schlafzimmer auszuquartieren, solange die Sucht noch fortbesteht!

Seinen guten Willen könnte Ihre Partner dadurch beweisen, daß er sich in eine ärztliche, oder psychologische Sexualtherapie begibt und vielleicht auch mit Ihnen eine Ehe- und Partnerschafts-Beratung besucht, die von den freien Wohlfahrtsverbände z.B. der AWO, Diakonie, Caritas usw. kostenlos angeboten werden. Daneben haben sich auch die Selbsthilfegruppen für Porno- und Sexsüchtige Männer recht gut bewährt.

Liebe Frau A, ich hoffe, daß ich Ihnen mit meinen Ausführungen wieder etwas Mut machen und eine neue Richtung weisen konnte, wobei ich Ihnen für Rückfragen auch weiterhin gerne zur Verfügung stehe!

Mit der Bitte um eine baldige Bewertung dieser kostenlosen Antwort, verbleibe ich für heute mit lieben Grüßen als Ihr Psychomeda-Berater

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