Ist mein Mann depressiv oder einfach nur egoistisch?
Seifenblase (w, 44) aus 97084: Guten Tag, meine Mann ( 17 Jahre verh.) hatte vor drei Jahren eine mittelschwere depressive Episode. Bis dies erkannt wurde und er es sich auch eingestand, vergingen 8 Mon. In der Zeit gab es viele Symptome, die zutrafen und er hatte keine Gefühle mehr für mich. Außerdem gab es in dieser Zeit eine schwere Erkrankung und einen Todesfall in meiner Familie. Er zog dann trotz Depression aus, aber wir näherten uns quasi mit dem Auszug wieder an, da die Ursache auch für ihn nicht mehr nur die Ehe war. Er nahm auch Tabletten.
Ein halbes Jahr verging, es wurde beruflich wieder sehr stressig, er zog sich wieder zurück und dann bekam ich die Diagnose Krebs. Zwei Monate standen wir zusammen alles gut durch, er war sehr liebevoll. Dann fiel 'ein Vorhang' herunter, ihm ginge es schlecht, er erträgt alles hier nicht und er muss ausziehen. Wieder die Ehe, keine Gefühle mehr, natürlich keine Depression, andere Symptome waren ebenfalls wieder deutlich. Für ihn fühle es sich anders an. Auszug!!!
Alles wie vor drei Jahren! Der Zustand ist noch nicht ganz so schlimm, deshalb weist er es zurück, dass alles wieder mit Depressionen zu tun haben könnte. Depressiv oder egozentrischer Depp? Fühlen sich depressive Phasen immer gleich an? Soll ich weiter an ihm dran bleiben, versuchen zu helfen oder soll ich mich distanzieren, nur an mich denken? Zwischendurch sucht er den Kontakt zu mir, der dann wieder sehr liebevoll ist und er von seinem kranken Hirn spricht. Ich kann alles nicht einordnen und verstehen!
Danke für eine Antwort oder einen Tipp!
Ein halbes Jahr verging, es wurde beruflich wieder sehr stressig, er zog sich wieder zurück und dann bekam ich die Diagnose Krebs. Zwei Monate standen wir zusammen alles gut durch, er war sehr liebevoll. Dann fiel 'ein Vorhang' herunter, ihm ginge es schlecht, er erträgt alles hier nicht und er muss ausziehen. Wieder die Ehe, keine Gefühle mehr, natürlich keine Depression, andere Symptome waren ebenfalls wieder deutlich. Für ihn fühle es sich anders an. Auszug!!!
Alles wie vor drei Jahren! Der Zustand ist noch nicht ganz so schlimm, deshalb weist er es zurück, dass alles wieder mit Depressionen zu tun haben könnte. Depressiv oder egozentrischer Depp? Fühlen sich depressive Phasen immer gleich an? Soll ich weiter an ihm dran bleiben, versuchen zu helfen oder soll ich mich distanzieren, nur an mich denken? Zwischendurch sucht er den Kontakt zu mir, der dann wieder sehr liebevoll ist und er von seinem kranken Hirn spricht. Ich kann alles nicht einordnen und verstehen!
Danke für eine Antwort oder einen Tipp!
Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:
Liebe Seifenblase,
danke für Ihre Anfrage.
Das ist eine wahre Gefühlsachterbahn, die Sie seit langer Zeit durchleben. Es tut mir leid, dass Sie neben den Sorgen um Ihren Mann auch selbst krank sind, somit sich die Frage stellen, wohin gebe ich meine Kraft?
Ob Ihr Mann depressiv ist oder egoistisch, das weiß ich nicht. Depression ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern, so dass es gut möglich ist, dass Ihrem Mann die jetzige Phase nicht so vor kommt oder es tatsächlich keine ist.
Vielleicht sind es auch Symptome für eine Midlifekrise, dafür würden z.B. auch die Stimmungsschwankungen sprechen, Abwägungen und Ausprobieren von Fürs und Widers das jetzige Leben. Aus der Entfernung kann und darf ich keine Diagnose stellen, aber meine Überlegung ist, ob Sie sich selbst in den Hintergrund nehmen und Ihr ganzes Denken und Fühlen auf Ihren Mann fokussiert ist. Natürlich ist das mögliche Scheitern einer Ehe eine Niederlage, doch ich glaube, es ist Ihre Aufgabe, im Moment auf sich und Ihre Gesundheit zu achten, bzw. den Kampf gegen die Krankheit zu fechten und zwar mit aller Kraft, die Sie haben.
Ihr Mann ist erwachsen und selbst für sich verantwortlich. Er hat weiter eine Beziehungsverantwortung, soll heissen, er muss sich klar werden, was er will, bzw. sich Hilfe holen und kann sich nicht immer darauf verlassen, dass Sie da sind für ihn, wenn er glaubt, dass Sie da sein sollen. Sprechen Sie mit ihm darüber, was Sie sich vorstellen und wünschen. Signalisieren Sie ihm, dass Sie gesprächsbereit sind, aber nicht mehr bereit, sich aufzuopfern. Machen Sie deutlich, dass Ihr Leben und Ihre Gesundheit jetzt vorgeht und dass Sie nicht für ihn verantwortlich sind.
Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sich therapeutische Unterstützung in dieser für Sie sehr schweren Lage suchen. Vielleicht erlernen Sie zusätzlich eine Entspannungsmethode, suchen sich Kurse im Sportverein oder der VHS, die Ihnen gut tun.
Ich wünsche Ihnen Kraft, Mut und dass Sie wieder gesund werden!
Herzliche Grüße
Claudia Schmitt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Weltliche Trauerrednerin
Bitte bewerten Sie meine Antwort, danke!
danke für Ihre Anfrage.
Das ist eine wahre Gefühlsachterbahn, die Sie seit langer Zeit durchleben. Es tut mir leid, dass Sie neben den Sorgen um Ihren Mann auch selbst krank sind, somit sich die Frage stellen, wohin gebe ich meine Kraft?
Ob Ihr Mann depressiv ist oder egoistisch, das weiß ich nicht. Depression ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern, so dass es gut möglich ist, dass Ihrem Mann die jetzige Phase nicht so vor kommt oder es tatsächlich keine ist.
Vielleicht sind es auch Symptome für eine Midlifekrise, dafür würden z.B. auch die Stimmungsschwankungen sprechen, Abwägungen und Ausprobieren von Fürs und Widers das jetzige Leben. Aus der Entfernung kann und darf ich keine Diagnose stellen, aber meine Überlegung ist, ob Sie sich selbst in den Hintergrund nehmen und Ihr ganzes Denken und Fühlen auf Ihren Mann fokussiert ist. Natürlich ist das mögliche Scheitern einer Ehe eine Niederlage, doch ich glaube, es ist Ihre Aufgabe, im Moment auf sich und Ihre Gesundheit zu achten, bzw. den Kampf gegen die Krankheit zu fechten und zwar mit aller Kraft, die Sie haben.
Ihr Mann ist erwachsen und selbst für sich verantwortlich. Er hat weiter eine Beziehungsverantwortung, soll heissen, er muss sich klar werden, was er will, bzw. sich Hilfe holen und kann sich nicht immer darauf verlassen, dass Sie da sind für ihn, wenn er glaubt, dass Sie da sein sollen. Sprechen Sie mit ihm darüber, was Sie sich vorstellen und wünschen. Signalisieren Sie ihm, dass Sie gesprächsbereit sind, aber nicht mehr bereit, sich aufzuopfern. Machen Sie deutlich, dass Ihr Leben und Ihre Gesundheit jetzt vorgeht und dass Sie nicht für ihn verantwortlich sind.
Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sich therapeutische Unterstützung in dieser für Sie sehr schweren Lage suchen. Vielleicht erlernen Sie zusätzlich eine Entspannungsmethode, suchen sich Kurse im Sportverein oder der VHS, die Ihnen gut tun.
Ich wünsche Ihnen Kraft, Mut und dass Sie wieder gesund werden!
Herzliche Grüße
Claudia Schmitt
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Weltliche Trauerrednerin
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