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Ich weiß nicht weiter mit meinem Mann - dem ewigen Studenten!

Nicky (w, 29) aus Frankfurt:

Hallo liebes Team,
Mein Partner (31), mit dem ich seit 3 Jahren fest verbunden bin, ist leider ein Langzeitstudent mit 6 Studienfachwechsel und 4 abgebrochene Ausbildungen, von jeweils unter 4 Wochen!

Er arbeitet lediglich 8 Stunden die Woche an der UNI und da ihm das reguläre Studium zu anstrengend wurde, hat sich für ein Abendstudium für Berufstätige entschieden, bei dem er nur zweimal die Woche 3 Stunden Unterricht hat.

Seine letzte Liebeschaft hat ihn verlassen, weil er nach 5 Jahren immer noch auf der Stelle trat. Als ich ihn kennen lernte, erzählte er mir nur etwas von erst Jura und nun Rechtswissenschaften, doch die ganze Wahrheit über seine Bummelei fand ich leider dann erst nach und nach heraus.

Er meint zwar, dass sein jetziges Studium 'nur' noch 2 Jahre dauern würde, aber ich fürchte, dass er in 5 Jahren immer noch studiert!

Ich bin eine gesunde junge Frau, würde gerne ein Familie gründen und hätte in den nächsten 2-3 Jahre auch gerne Kinder haben, aber ich kann es mir mit diesem ewigen Studenten einfach nicht vorstellen.

Er weiß das alles, aber sagt dann nur: 'Ich werde mich jetzt beeilen und dann klappt das schon', doch außer einer weiteren Ausbildung, die er beginnt, um sie dann bald wieder abzubrechen, passiert leider rein gar nichts!

Bis auf das, wäre die Beziehung eigentlich perfekt, aber mit seiner zum Himmel schreienden Faulheit und ewigen Bummelei, kann ich einfach nicht leben. Der Herr schläft morgens lange aus, sitzt dann Stundenlang vor dem PC, surft, zockt und spielt herum und wenn ich abends, von der Arbeit nach Hause komme, ist nichts gemacht, außer dass er sich brüstet angeblich stundenlang gelernt zu haben!

Ich bin am Ende meiner Weisheit und bitte Sie um einen fachkundigen Rat, was ich in dieser Lage tun könnte! Vielen Dank - Nicky


Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:


Vielen Dank, liebe Frau N.,
daß Sie uns hier so vertrauensvoll Ihr zu Recht bedrücktes Herz ausschütten! So wie Ihnen, ergeht es heutzutage leider vielen jungen, liebenswerten und gut organisierten Frauen, die längst ihren eigenen Unterhalt verdienen, aber mit dem Mann ihrer Wahl keine Familie gründen können, weil der „Gute“ leider nicht mit dem Studium und dem Berufseinstieg zurande kommt.

Aufgrund unseres einzigartigen Wohlstandes und der in Deutschland überaus großzügigen Studien-Förderung studieren heute immer mehr junge Leute, die weder die nötige Begabung, noch den Fleiß, die Ausdauer und vor allem auch nicht die nötige Begeisterung haben, um in angemessener Zeit das Studium abzuschließen und eine gute Arbeitsstelle zu finden, was die Zahl der Studienabbrecher, sowie der akademischen Taxifahrer und Pizzaboten in ungeahnte Höhen schießen läßt!

Dazu kommt noch die heute übliche Handlungsweise vieler junger Frauen, sich ohne gründliche, gewissenhaft und ausreichend lange Prüfungs- und Verlobungszeit auf eine eheähnliche Gemeinschaft einzulassen, um dann erst nach und nach den Mann ihrer nicht selten etwas unbedachten und übereilten Wahl genauer kennen zu lernen!

Dabei kommt es dann eben auch oft zu einem bösen Erwachen, so wie Sie – liebe Frau N. - es gerade so schmerzlich erleben müssen! Sie haben aber immerhin noch das Glück gehabt, daß Ihr Mann sich zumindest theoretisch zu einer Familiengründung bereit erklärt, während viele andere junge Frauen heute erleben müssen, daß für ihrem Mann weder Familiengründung noch Kinderkriegen erstrebenswerte Ziele sind und er statt dessen die Anschaffung eines Haustieres vorschlägt!

Doch nach dieser langen gesellschaftskritischen Vorreden, will ich endlich genauer auf Ihren persönlichen Fall eingehen, wofür Sie sich aber die Antwort – durch Ihre genaue Beobachtung und kritischen Überlegungen – wohl schon längst selbst gegeben haben!

Ich möchte Sie in Ihrer durchaus richtigen Einschätzung bestärken, indem ich Sie hier eine auf eine, immer wieder bestätigte seelisch-soziale Gesetzmäßigkeit hinweise, daß es so, wie es in einer menschlichen Beziehung anfängt auch meistens weiter geht - nur wird es meistens auf Dauer noch sehr viel schlimmer!

Deshalb kann ich Ihnen aus meiner langjährigen Erfahrung als Beziehungs- und Lebensberater nur raten, die Stimme Ihrer Vernunft ganz ernst zu nehmen und die Lebensgemeinschaft mit diesem verbummelten Menschen endlich zu kündigen, getreu der alten Lebensweisheit: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!“

Machen Sie es also bitte Ihrer Vorgängerin nicht nach, welche die Segel erst nach 5 Jahren gestrichen hatte, sondern lassen Sie es mit 3 Jahren des Hoffens und Bangens genug sein und nützen Sie die Zeit besser für die Suche nach einem geeigneteren Kandidaten für Ihr so sympathisches Projekt der kinderfreundlichen Familienplanung!

Ich hoffe, Ihnen - liebe Frau N. - mit diesen meinen Ausführungen ein wichtigen Schritt weiter geholfen zu haben und wünsche für die Neugestaltung Ihrer Lebenslage von ganzem Herzen viel Kraft und Zuversicht, damit Sie - nach einigen wichtigen Entwicklungsschritten – bald jenes unbeschwerte Lebens-, Liebes- und Familienglück erfahren mögen, wonach wir uns alle so sehr sehnen!

Für Rückfragen stehe ich Ihnen auch telefonisch (09961/ 7255) weiterhin gerne zur Verfügung, bitte Sie aber im Gegenzug um eine möglichst umgehende Bewertung und kurze Kommentierung dieser meiner kostenlosen Antwort!

Für heute verbleibe ich mit allen Guten Wünschen
und lieben Grüßen, als Ihr Psychomeda-Berater





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