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Ich fühle mich in meiner Ehe mit meinen Gefühlen so allein

Elina (w, 43) aus Kiel: Ich bin seit knapp 14 Jahren mit meinem Mann verheiratet und wir haben zwei gemeinsame Kinder.
Ich habe das Bedürfnis, dauerhaft in getrennten Schlafzimmern zu schlafen, was auch schon seit 2-3 Jahren der Fall ist.

Es fing damit an, dass mich das Schnarchen meines Mannes so gestört hat, dass ich zeitweise auf die Couch geflüchtet bin. Irgendwann halfen auch die Ohrenstöpsel nicht mehr. Erschwerend hinzu kommt, dass wir einen eher unterschiedlichen Schlafrhythmus haben und dass ich grundsätzlich keinen direkten Körperkontakt beim Schlafen mag.

Im Gegensatz zu meinem Mann bin ich mit den getrennten Schlafzimmern sehr zufrieden und kann mich dort meinen Bedürfnissen hingeben, ohne Rücksicht nehmen zu müssen oder selbst gestört zu werden.

Mein Mann hingegen empfindet es als persönliche Ablehnung, dass ich seine Nähe/Geräusche nachts nicht ertragen kann. Zugeben muss ich, dass die körperliche Nähe insgesamt natürlich auch deutlich nachgelassen hat und ich dies nicht wirklich vermisse - ganz im Gegensatz zu meinem Mann!

Wir sind (auch in Bezug auf unsere Kinder) ein gutes Team und können uns voll aufeinander verlassen - auch in eher schwierigen Situationen. Das reicht mir eigentlich fast.

Ich wünsche mir lediglich oft, dass mein Mann mehr spürbares Interesse an mir als Person und meinen Bedürfnissen zeigt - weniger an meinem Körper. Ich fühle mich mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen aber so allein und unnormal, dass ich Angst habe,dass irgendwas mit mir oder unserer Paarbeziehung nicht stimmt... Wie beurteilen Sie die Situation?

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Elina,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Sie sind schon viele Jahre mit Ihrem Mann verheiratet. Seit etwa 2-3 Jahren haben Sie sich räumlich und körperlich immer mehr von Ihrem Mann entfernt, weil sie allein besser schlafen und sich nicht von ihm und seinen Geräuschen gestört fühlen.

Gleichzeitig hat die körperliche Nähe zwischen ihnen nachgelassen und Sie merken deutlich, dass Sie es nicht vermissen. Was Sie vermissen ist, dass Ihr Mann ein Interesse an Ihren Gefühlen und Bedürfnissen zeigt und sich Ihnen emotional annähern würde.

Ihr Mann wiederum fühlt sich persönlich zurückgewiesen und ist der Meinung, dass Sie seine Geräusche nachts ertragen können müssten.

Sie schreiben, sie sind ein gutes Team. Ich kann daraus nicht erkennen, ob Sie Ihren Mann noch lieben, sowohl seelisch als auch körperlich. Stellen Sie sich diese Frage einmal ganz ehrlich, ohne gleich rationale Begründungen vorzuschieben. Mir scheint, sie haben sich als Liebende aus den Augen verloren und bleiben nun zunehmend mit ihren jeweiligen Bedürfnissen verletzt zurück.

Wenn Sie die Beziehung noch weiterführen möchten, rate ich Ihnen dringend zu einer Paartherapie, um wieder eine gemeinsame Kommunikations- und Gefühlsebene zu finden. Wenn Sie jedoch feststellen, dass Sie Ihren Mann nicht mehr lieben, sollten Sie vielleicht eher über eine Trennung nachdenken bzw. nachspüren, was Sie eventuell daran hindert.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Falls Sie in diesem emotionalen Prozess eine weitere Beratung benötigen, bin ich gerne für Sie da.

Viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie
Bewertung durch den Fragensteller:
Schnelle und ausführliche Antwort. Danke!





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