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Ich möchte nicht mehr als Gedankenkarussel verängstigt durch den Tag gehen müssen

Papagai (w, 23) aus Stuttgart: Hallo,

ich habe seit 1 Jahr eine Angststörung.
Zuerst wurde sie nur verstärkt vor Geburtstagen oder allgemein Festen. Jetzt ist es aber so, dass sie permanent da ist und meine Gedanken nicht aufhören, nach Symtompen an mir oder meinen Kindern zu suchen, die auf eine schreckliche Krankheit hindeuten können. Ich komme dort auch nicht mehr raus und es beherscht meinen Tag, ich kann es aber (noch) gut verbergen vor anderen.

Ich habe eine Therapie angefangen, die bis jetzt aber noch nicht hilft. Ich bin am Verzweifeln, weil ich die Tage mit meinen Kindern genießen möchte und nicht wie ein Gedankenkarussel verängstig durch den Tag gehen möchte... haben sie vielleicht einen Tipp?
Ich bin für alles dankbar.

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Papagai,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage.

Sie erleben seit einem Jahr eine tiefe Versicherung in sich selbst und in Ihrem Körper. Sie befürchten, dass Sie oder Ihre Kinder an einer schrecklichen Krankheit erkranken könnten und suchen ständig nach Anzeichen dafür und denken darüber nach. Es ist wie eine tägliche gedankliche Selbsthypnose, die sich immer weiter verstärkt.

Sie haben bereits eine Therapie angefangen, aber sie hilft ihnen noch nicht. Das könnte daran liegen, dass a) Sie gerade erst begonnen haben, dass b) die Therapiemethode nicht die richtige für Sie ist oder c) die Beziehung zum Therapeuten sich nicht ganz stimmig anfühlt.

Aus meiner Sicht wäre es wichtig und hilfreich, die lebensgeschichtlichen Hintergründe Ihrer Angststörung aufzuarbeiten und Ihre Körperempfindungen gleichberechtigt in die Therapie miteinzubeziehen. D.h. zu lernen: Wie fühlt sich mein Körper oder bestimmte Körperbereiche jetzt in diesem Moment an? Die Betonung liegt auf: jetzt im gegenwärtigen Moment, z.b. wie fühlen sich Ihre Füße gerade an oder können Sie den Kontakt mit dem Boden spüren?

Über die Schulung der Körperwahrnehmung kehrt wieder das Gefühl von Sicherheit zurück. Und darum wird es gehen, dass Sie wieder Ihrer eigenen Wahrnehmung vertrauen lernen können und sich sicher fühlen. Denn Angst vor Krankheiten bedeutet ja auch, ich traue meinem Körper und seinen Selbstheilungskräften nicht mehr. Schauen Sie, ob dies Teil der Therapie sein kann (oder vielleicht ja auch schon ist).

Falls Sie weiterhin das Gefühl haben sollten, dass die Therapie nicht hilft, würde ich Ihnen einen Wechsel zu einem Körperpsychotherapeuten empfehlen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute-
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie









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