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Ich lebe in Angst und möchte endlich frei sein

vanilli (w, 28) aus Rheinlandpfalz: Ich lebe in Angst: Angst vor Bewertungen durch andere Angst vor Arbeitgebern, Angst sogar vor E-Mails. Ich versuche bewusst, solche Situationen zu nutzen und so meine Angst zu überwinden, aber immer wenn ein Schritt in die richtige Richtung gegangen ist, ängstige ich ich mich wieder.

Ich lüge um mich besser darzustellen. Ich belüge meine Freunde, meine Familie, meinen Partner. In meinem kopf macht es irgendwie klick und ich denke nur daran, mich so gut wie möglich darzustellen. Ich habe versucht, ohne zu lügen klar zu kommen, habe versucht ohne Angst zu agieren, aber dies funktioniert nicht.

Ich bin gefangen in einem Netz, das sich immer weiter zu zieht. Die einzigen Situationen, wo ich keine Angst habe, ist, wenn es nicht um die Uni geht, in Gesprächen oder wenn ich mit meinen Tieren arbeite. Tiere bewerten nicht. Ich habe auch angst vor mir selbst. Ich vermeide Situationen, die mir angst machen: gehe nicht zu treffen mit Freunden, gehe nicht zu Ärzten o.ä., gehe nicht zu Dorfkaffees oder in Sprechstunden, alles nur um nicht auf meine derzeitige Situation angesprochen zu werden.

Durch meine Studienwahl kann ich mir einen Eintrag in die Psychotherapie nicht leisten und auch finanziell kann ich mir keine professionelle Hilfe leisten. Außerdem ist da die Scham.... ich hoffe, Sie können mir helfen. Gibt es vielleicht entsprechende Literatur oder Tipps? Ich will endlich frei sein.
vielen dank für ihre Hilfe

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Liebe Vanilli,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Sie haben sich in einer komplexen Angstvermeidungsstruktur eingerichtet, die Ihnen kompensatorisch hilft, Ihren Alltag einigermaßen zu bewältigen. Sie arbeiten an sich selbst und versuchen auch immer wieder, sich Ihren Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Doch Ihre Neigung zu lügen, erschwert Ihre Thematik zusätzlich.

Sie wünschen sich Literaturempfehlungen, um selbst weiter an sich zu arbeiten. Ohne Zweifel sind Sie engagiert und wollen etwas verändern. Doch Ihre Ängste sind massiv und das Lügen als Mittel der Gegensteuerung ausgeprägt. Insofern werden Sie ohne professionelle Hilfe nicht aus diesem chronifiziertem Verhaltensmuster herauskommen.

Natürlich haben Sie nachvollziehbare Gründe, warum eine Therapie nicht möglich ist. Doch es gibt vielleicht auch einen Teil in Ihnen, der sich nicht helfen lassen will, der sich schämt, der sich nicht zeigen will und glaubt, die Ängste selbst in den Griff bekommen zu müssen. Diese Dynamik verstärkt jedoch Ihre Ängste.

Deshalb kann ich Ihnen nur raten, sich in Therapie zu begeben und sich wirklich für eine Behandlung zu öffnen. Wenn Sie es wirklich wollen, werden Sie Wege finden, es zu ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute dafür -
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie





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