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Ich gerate immer wieder in ein Burnout-Gefühl, wenn ich mich in dem alten Arbeitsbereich engagiere

Leom (m, 22) aus Ulm:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor 10 Monaten habe ich einen Burnout erlitten, da ich mich stark überarbeitet habe. Dies endete in psychologischer und psychatrischer Behandlung und darin, dass ich mehr als 2 Monate komplett arbeitsunfähig war. Inzwischen geht es mir wieder deutlich besser, ich arbeite und habe mein Studium fortgesetzt, doch immer wenn es daran geht, mich in dem Bereich zu engagieren, der ursprünglich meinen Burnout auslöste, fühle ich mich wieder wie mitten im Burnout. Allein der Gedanke daran macht mir Angst und ich fühle mich kraft- und mutlos.

Ich habe mich gefragt ob das normal ist, was ich dagegen tun kann und wie lange dieser Zustand anhalten kann
MfG

Antwort vom Psychomeda Therapeuten-Team:

Hallo Leom,

ich danke Ihnen für Ihre Anfrage. Es ist ganz natürlich, dass Ihr Nervensystem den Auslöser für die Burnout-Erfahrung immer noch als Gefahr erlebt, da es eine biologisch-evolutionäre Reaktion auf Bedrohung gibt, die Sie nicht willentlich beeinflussen können.

Sie dürfen sich das so vorstellen: Sie reagieren, als wären Sie einem Säbelzahntiger begegnet, der Ihr Leben bedrohte, vor dem Sie sich aber schützen und in Sicherheit bringen konnten. Für Ihre zukünftige Sicherheit ist es wichtig zu wissen, dass Säbelzahntiger lebensbedrohlich gefährlich sind, so dass Sie ihnen aus dem Weg gehen können und sie vermeiden.

Kognitiv wissen Sie natürlich, dass Ihr früherer Arbeitsbereich nicht so lebensbedrohlich wie ein Säbelzahntiger ist. Doch Ihr Nervensystem reagiert auf physiologisch auf biologisch ursprüngliche Weise. Wichtig wäre nun, den Auslöser 'früherer Arbeitsbereich' von dem Gefühl der Lebensbedrohung zu entkoppeln. Sie können dafür noch einige psychotherapeutische Sitzungen nehmen oder zum Beispiel mit einer körperorientierten Methode wie Somatic Experiencing gezielt physiologisch an der Verknüpfung arbeiten.

Die Burnout-Erfahrung war eine Erfahrung des Kontrollverlustes. Sie haben erlebt, dass Sie bzw. Ihr Körper nicht mehr funktionierte und dieser Zustand nicht mehr über den Willen beeinflussbar war. Das ist ein sehr lebensbedrohliches und damit potentiell traumatisches Erlebnis. Es ist gut, dass es Ihnen jetzt wieder besser geht und Sie Ihr Studium fortsetzen können.

Es wird noch leichter werden, wenn Sie die Angst davor verlieren, dass dies jederzeit wieder geschehen kann. Wenn Sie lernen, mit Ihren Gefühlen, Gedanken und körperlichen Empfindungen tief verbunden zu sein sowie Ihre Bedürfnisse nach Erholung zu akzeptieren und ihnen zu folgen, werden Sie merken, dass Ihre Angst sich neutralisieren kann.

Ich wünsche Ihnen dafür alles Gute,
viele Grüße

Anke Wagner
Heilpraktikerin f. Psychotherapie





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