Reliabilität
Reliabilität: Überblick
Die Reliabilität (Test-Genauigkeit) zählt wie Validität, Objektivität und Fairness zu den zentralen Gütekriterien für psychologische Tests. Ein psychologischer Test ist dann reliabel, wenn er ein Merkmal wie Intelligenz möglichst ohne Fehler misst, wenn also der wahre Wert genau dem gemessenen Wert entspricht.
Berechnung der Reliabilität
Die Genauigkeit eines psychologischen Tests kann auf unterschiedliche Arten überprüft werden. Dazu wird ein Reliabilitätskoeffizient berechnet, meist mit einem der folgenden Verfahren:
Messwiederholung: Der Test wird mehrmals bei einer Person durchgeführt. Die Ergebnisse sollten möglichst nah beieinander liegen, wenn sich das Merkmal selbst nicht verändert hat. Funktioniert nicht, wenn z.B. Erinnerungseffekte das Testergebnis beeinflussen können, z.B. bei Intelligenztests.
Parallele Messung: Mehrere Tests, die dasselbe Merkmal messen sollen, werden durchgeführt. Die Testergebnisse sollen möglichst nah beieinander liegen.
Interne Konsistenz: Der Test wird in möglichst viele Teile aufgeteilt. Die Ergebnisse der Testteile sollten möglichst gut mit dem Gesamtergebnis übereinstimmen. Dies ist das gängigste Verfahren. Das Ergebnis wird als Koeffizient zwischen 0 (keine Übereinstimmung) und 1 (bestmögliche Übereinstimmung) angegeben und nach dem Erfinder als Cronbachs Alpha bezeichnet. Bei guten Tests sollte Cronbachs Alpha größer als 0,80 sein.
Messgenauigkeit und Vertrauensintervall
Wenn die Reliabilität für einen Test ermittelt wurde, dann lässt sich für jedes Testergebnis berechnen, wie groß das Vertrauensintervall ist; in welchem Intervall also der tatsächliche Wert liegt.
Beispiel: Mit einem IQ-Test wurde ein IQ von 120 gemessen. Wenn der IQ-Test eine gute Reliabilität von 0,80 aufweist, dann ergibt sich als Größe für den Vertrauensbereich 120 +- 13, d.h. das tatsächliche Ergebnis wird irgendwo im Intervall zwischen 107 und 133 liegen.
Es ist die Pflicht eines Testdurchführers auf die Größe des Vertrauensintervalls hinzuweisen, weil sich dadurch das Ergebnis eines psychologischen Tests oft erheblich relativiert.
Verwandte Themen: Fairness, Intelligenz, Objektivität, Persönlichkeitstests, Validität
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