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Motivation

von Psychomeda-Redaktion

Motivation: Überblick

Die Motivation zählt zu den wichtigsten psychologischen Faktoren. Wer hoch motiviert ist, strengt sich mehr an, ist ausdauernder, nimmt eher Schmerzen in Kauf und kann Rückschläge besser überwinden. Vor allem dann, wenn Menschen aus sich selbst heraus motiviert sind (intrinsische Motivation), sind sie bereit, besondere Leistungen zu erbringen. Die Motivation ist das Ergebnis von Einstellungen, Erwartungen, Interessen, Erfahrungen und Persönlichkeit. Manchmal wird zwischen Motivation und Motiv unterschieden: Während die Motivation das Ergebnis mehrerer Faktoren ist, sich auf ein bestimmtes Thema bezieht und sich zeitlich ändern kann, wird unter dem Motiv (Machtmotiv) die stabile Neigung einer Person in Bezug auf einen bestimmten Lebensbereich verstanden. Die Tiefenpsychologie (Psychoanalyse) geht davon aus, dass viele dieser Motive unbewusst sind, Menschen von ihren grundlegenden Motiven also oft nichts wissen.

Motivation: Stand der Wissenschaft

Der berühmte amerikanische Psychologe Martin Seligman konnte in vielen Experimenten zeigen, wie die Motivation systematisch durch Frustrationen zerstört werden kann. In einem (von vielen) bekannten Experimenten wird das besonders deutlich: Hunde erhalten in einem Käfig eine Zeit lang mehrere Elektroshocks, ohne dass sie diesen ausweichen können. Einige Zeit später werden sie in einen anderen Käfig gesetzt, der es ihnen möglich macht durch einen Sprung den Schocks zu entgehen. Aber die frustrierten Hunde versuchen es nun gar nicht mehr. Auch die weiteren Symptome der Hunde erinnen stark an Burnout und Depression.

Steven Reiss hat 16 grundlegende Motive beschrieben, die bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind. Darunter z.B. das Streben nach Macht (Machtmotiv), das Streben nach Unabhängigkeit, das Streben nach Anerkennung oder Idealismus. Abraham Maslow nimmt an, dass Menschen zunächst Grundbedürfnisse befriedigen, sich dann um Sicherheit für ihr Leben bemühen bevor sie anschließend beginnen, Freundschaften und Beziehungen aufzubauen und nach Anerkennung zu streben. Erst zum Schluss versuchen sie, sich weiterzuentwickeln und "bessere" Menschen zu werden.

Der amerikanische Psychologe Albert Bandura konnte zeigen, dass die Motivation vor allem von Einstellungen und Erwartungen beeinflusst wird. Wer glaubt, dass sein Handeln Erfolg versprechend ist, strengt sich mehr und länger an - auch wenn sich sein Ziel objektiv gar nicht erreichen lässt.

Menschen können eher aus sich selbst heraus motiviert sein (intrinsische Motivation) oder durch äußere Anreize (extrinsische Motivation). Besonders dann, wenn Menschen intrinsisch motiviert sind, bringen sie außerordentliche Leistungen hervor. Die intrinsische Motivation kann aber (durch eigentlich gut gemeinte) Anreize zerstört werden, z.B. wenn ein Arbeitgeber einem intrinsisch motivierten Angestellten einen übermäßigen Bonus bezahlt - es aber an menschlicher Anerkennung fehlen lässt. Oder wenn Lehrer ihre Schüler vor allem untereinander vergleichen, die individuelle Leistungsentwicklung aber nicht honorieren.

Hoch motivierte Menschen suchen die Ursachen für Misserfolg tendenziell immer bei anderen oder beim Zufall, was es ihnen ermöglicht, ihre eigene Motivation aufrechtzuerhalten. Außerdem setzen sie sich tendenziell eher Ziele, die sie auch tatsächlich erreichen können. Wenig motivierte Menschen setzen sich häufig völlig unrealistische Ziele, um den Leistungsdruck zu vermindern (Ich will Schriftsteller werden - aber das schaffe ich sowie so nicht mehr).

Motivation: Motivationstests

Eine Übersicht über Testverfahren zur Messung von Motivation und (unbewussten) Motiven.

  • Reiss Motivation Profile: Fragebogentest mit 128 Fragen zur Messung der 16 von Reiss beschriebenen Grundmotive
  • Leistungsmotivationsinventar (LMI): Fragebogentest mit 170 Fragen zu unterschiedlichen Facetten von Leistungsmotivation, z.B. Furchtlosigkeit, Lernbereitschaft
  • Thematic Apperception Test (TAT): Dem Teilnehmer werden eine Reihe von Bildern gezeigt zu denen er eine Geschichte erzählen soll. Die Antworten werden systematisch ausgewertet
  • Assessment Center: Bewertung des Verhaltens in Rollenspielen

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