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Kognition - Lexikon der Psychologie

Unter Kognitionen werden alle Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und deren mentale Ergebnisse (Wissen, Einstellungen, Überzeugungen, Erwartungen) verstanden.
Kognitionen können bewusst, z.B. das Lösen einer Rechenaufgabe, und unbewusst, z.B. bei der Meinungsbildung, ablaufen. Während sich die Psychologie um 1960 fast ausschließlich mit dem Verhalten beschäftigte und die zugrunde liegenden Kognitionen außer Acht ließ, wendete sie sich ab 1960 vermehrt den Kognitionen zu (kognitive Wende). Die kognitive Psychologie hat sich dabei stark von der Informationstechnologie beeinflussen lassen und z.B. versucht, die menschliche Intelligenz mit Hilfe von Computermodellen zu verstehen (künstliche Intelligenz).
Zu den am häufigsten untersuchten kognitiven Fähigkeiten und gedanklichen Vorgängen zählen:
  • Wahrnehmungen
  • Funktionsweise von Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis
  • Bewusstes Lernen und Erinnern
  • Sprache und Spracherkennung
  • Zustandekommen von Entscheidungen und Urteilen
Intelligenz ist ein Sammelbegriff für bestimmte kognitive Fähigkeiten, wie z.B. das logische Denken oder das Sprachverständnis. Viele kognitive Fähigkeiten bilden sich erst im Laufe der Kindheit vollständig aus, wie z.B. das logische Denken. Andere kognitive Fähigkeiten bilden sich hingegen zurück, wie z.B. die Fähigkeit, eine Sprache ohne Anstrengung zu lernen. (siehe auch die Hauptartikel zu den Themen Intelligenz und Hochbegabung).

Kognitionen im Alltag

Zahlreiche Studien konnten zeigen, wie Einstellungen, Erwartungen und Überzeugungen beim Menschen Urteilsfindung, Verhalten und Wahrnehmung beeinflussen. Einige interessante Erkenntnisse:

Negative Informationen werden eher ausgeblendet und bei der Urteilsfindung nicht hinreichend berücksichtig. Menschen suchen tendenziell immer nach Bestätigung für die eigenen Ideen und lassen sich durch gegenteilige Fakten nur schwer von ihren Überzeugungen abbringen.

Menschen, die davon überzeugt sind, etwas schaffen zu können, geben sich mehr Mühe und halten länger durch. Diese Überzeugung ist auch viel wichtiger für die Herausbildung eines Vorsatzes (Ich will mit dem Rauchen aufhören) als beispielsweise die Wahrnehmung einer Bedrohung. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Überzeugung, etwas schaffen zu können, realistisch ist oder bloße Einbildung.
Menschen lernen oft unbewusst durch das Beobachten von anderen. Besonders effektiv ist das Lernen durch Beobachtung, wenn die andere Person für ihr Verhalten belohnt wird. Nur etwa 20% unseres Wissens eigenen wir uns durch schulisches Lernen an.
Vorstellungsbilder beeinflussen unser Denken, z.B. wenn wir die Frage beantworten sollen, welche Stadt weiter im Osten liegt: Prag oder Wien. Die meisten Menschen haben die Vorstellung, dass die Tschechei als ehemaliges Ostblockland ein Land im Osten ist, während Österreich weiter westlich liegt. Daraus leiten sie fälschlicherweise ab, dass auch Prag weiter im Osten liegt als Wien.
Menschen können nur etwa sieben Dinge gleichzeitig im Kurzzeitgedächtnis behalten und beachten. Es gibt allerdings deutliche Unterschiede in Hinblick auf die Größe dieser Dinge. So können sich die meisten Menschen nur sieben Ziffern gleichzeitig merken, z.B. die Ziffern 2-8-8-1-7-4-9. Gedächtniskünstler machen daraus einfach "ein Ding", indem sie sich die Ziffern als Goethes Geburtsdatum merken: 28. August 1749.

Weiterführende Quellen und Links

Buchempfehlungen

John R. Anderson (2013). Kognitive Psychologie. Springer. mehr...


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