Psychologische Online Beratung

Boreout durch Langeweile?

Das Boreout-Experteninterview mit dem Psychomeda-Betreiber Dr. Satow

Psychomeda: Herr Dr. Satow, neben Ihrem Job betreiben Sie Psychomeda und weitere psychologische Webportale, haben Sie schon mal unter Boreout gelitten?

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Dr. Satow (lacht): Nein, bisher nicht. Aber im Ernst, Psychomeda ist für mich ein Projekt, um Boreout vorzubeugen. Ich glaube, dass solche sinnstiftenden Projekte absolut wichtig sind und helfen mit Stres, Frustrationen und Langeweile klarzukommen.

Psychomeda: Wie macht sich Boreout überhaupt bemerkbar?

Dr. Satow: Boreout entsteht durch Unterforderung, Langeweile, sinnlose Aufgaben, fehlende Anerkennung und Frustrationen am Arbeitsplatz. Die Menschen möchten eigentlich Leistung bringen und sind daher sehr unzufrieden mit ihrer Situation. Mit der Zeit werden sie gleichgültig. Aber anstatt die Situation zu verändern, geben sich viele Boreout-Betroffene übermäßig beschäftigt und treten nach außen sehr wichtig auf.

Psychomeda: Was ist der Unterschied zu Burnout?

Dr. Satow: In beiden Fällen haben wir es mit Menschen zu tun, die eigentlich Leistung bringen wollen. Aber die einen brennen durch jahrelange Überforderung und einen falschen Umgang mit Stress mit der Zeit bis zur totalen emotionalen Erschöpfung aus, während die anderen durch Langeweile, fehlende Anerkennung und sinnlose Aufgaben jede Motivation verlieren und innerlich kündigen.

Psychomeda: Wie lässt sich das Problem lösen?

Dr. Satow: Wenn man sich vor Augen hält, wie groß der Schaden ist, der durch Über- und Unterforderung der Wirtschaft entsteht, sollte man meinen, dass hier ein großes Interesse beteht, dieses Problem zu lösen. Tatsächlich wird es aber von vielen Unternehmen ignoriert, dabei wäre es eigentlich eine Aufgabe des Managements für das richtige Beanspruchungsniveau zu sorgen. Auf der anderen Seite können natürlich auch die Mitarbeiter etwas tun.

Psychomeda: Sollen sich Mitarbeiter an ihren Vorgesetzten wenden, und sagen: 'Hallo Chef, ich langweile mich?'

Dr. Satow: Im Grunde schon, jedenfalls wäre das für beide Seiten das beste. In der Regel macht das der Mitarbeiter sogar am Anfang. Leider macht er dann oft die Erfahrung, dass er nicht verstanden wird bzw. dass eine solche Offenheit negative Konsequenzen für ihn hat. Macht er einmal solche Erfahrungen, wird er in Zukunft lieber weiter so tun, als ob er stark beschäftigt sei.

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